Hinter den dicken Mauern der Burg Rieneck knallt plötzlich eine schwere Tür ins Schloss. Zehn Gruppen von Jugendlichen versuchen gleichzeitig, Hinweise zu entschlüsseln, Schlösser zu knacken und Rätsel zu lösen. Ihr Ziel: aus dem Gefängnis der mittelalterlichen Burg zu entkommen. Als schließlich die letzte Gruppe den Ausweg findet, laufen alle im Burghof zusammen – zum großen Finale gegen den „bösen Widersacher“. Jubel, Teamrufe und Gelächter hallen über den Schlossberg.
Diese Szene war einer der großen Höhepunkte der Konfirmandenfreizeit „KonfiCastle“, die vom 26. Februar bis 1. März 2026 auf der Burg Rieneck im Spessart stattfand. Vier Tage lang waren 48 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem Nachbarschaftsraum Darmstadt-Nord – also aus den evangelischen Kirchengemeinden Arheilgen und Wixhausen – gemeinsam unterwegs. Begleitet wurden sie von 14 ehrenamtlichen Mitarbeitenden aus den Gemeinden. Zusammen mit Jugendlichen aus Viernheim und Gernsheim verbrachten sie die Freizeit in der historischen Burganlage.
Veranstaltet wurde das „KonfiCastle“ vom CVJM-Kreisverband Starkenburg. Das Konzept: Mehrere Gemeinden fahren gemeinsam auf eine größere Freizeit. Ein zentrales Leitungsteam organisiert Programm und Ablauf. Die einzelnen Gemeinden bringen eigene Mitarbeitendenteams mit, die Kleingruppen leiten und Workshops gestalten.
Das Programm war eine Mischung aus Action, Gemeinschaft und Gesprächen über Glaubensfragen. Vormittags trafen sich alle zur sogenannten „PowerHour“, einer gemeinsamen Zeit mit moderner christlicher Musik, kurzen Theaterstücken und Impulsen zu Themen wie Freundschaft, Identität und Glauben. Anschließend ging es in kleine Gesprächsgruppen, in denen die Jugendlichen die Inhalte gemeinsam vertieften.
Am Nachmittag konnten die Konfis zwischen verschiedenen Workshops wählen – von sportlichen Aktivitäten über Improtheater bis hin zu kreativen Angeboten. Besonders beliebt war jedoch das große Burgspiel mit den parallel laufenden Escaperooms, bei denen Teamarbeit und Kombinationsgeschick gefragt waren.
Eine ganz andere ruhige und nachdenkliche Stimmung herrschte am Samstagabend bei der sogenannten „PrayStation“. In verschiedenen Stationen konnten sich die Jugendlichen mit ihren Gedanken und Fragen beschäftigen: Sie schrieben Sorgen an eine Klagemauer, zündeten Kerzen für andere Menschen an, kamen in einer Bibelleseecke zur Ruhe oder drückten kreativ aus, wie sie sich Gott vorstellten. In einer Diskussionsecke wurde offen über große Fragen gesprochen – etwa über Leid und Ungerechtigkeit in der Welt. Besonders eindrücklich blieb vielen der tägliche Abschluss in der kleinen Burgkapelle. Im warmen Licht zahlreicher Kerzen kamen alle noch einmal zusammen – mit Musik, einem kurzen Impuls und einem Gebet.
Musikalisch begleitet wurde die Freizeit von der Band des Dekanats Bergstraße. Neben modernen christlichen Liedern gehörte auch ein Klassiker zum Programm: Save Tonight von Eagle-Eye Cherry. Das Lied hat für die Band inzwischen Tradition – häufig bildet es den stimmungsvollen musikalischen Abschluss von Freizeiten und Veranstaltungen.
Mit vielen neuen Eindrücken, Gesprächen und gemeinsamen Erinnerungen kehrten die Jugendlichen schließlich nach Arheilgen und Wixhausen zurück – ein Wochenende, das sicher noch lange nachwirken wird.